12 Wochen 015Also jetzt muss ich Euch mal etwas erzählen, da werdet ihr vor Neid erblassen! Mein Frauchen will ja immer, dass ich draußen Pipi mache und mich auch dort „löse“ (komisches Wort!). Sie sagt jetzt immer „Mach was fein!“ mit einer ganz freundlichen Stimme, wenn ich sowieso gerade dabei bin „es“ zu machen…und neuerdings muss ich sogar pieseln, wenn sie das sagt! Komischer Trick…

Jedenfalls findet sie es wohl nicht so toll, dass ich am liebsten vor dem Haus auf den Parkplatz mache – und deshalb geht sie mit Paco und mir immer in den Wald, direkt gegenüber von unserem Haus. Mensch – der Wald ist vielleicht riiieeesig! Da hatte ich erst doch etwas Angst, ich könnte den Paco und das Frauchen verlieren. Also habe ich mich zuerst strikt geweigert, überhaupt den Parkplatz zu verlassen – hat aber nichts genutzt! Das Frauchen hat einfach immer weiter an meiner blöden Leine gezupft und mich gelockt… teilweise sogar mit Leckerchen! Das ist irgendwie schon gemein, weil man dann die ganze Angst vergisst und gar nicht mehr stur sein kann…

Na, egal! Jedenfalls waren wir denn im Wald und nach ein paar Metern macht Frauchen auf einmal die Leine los!! Also erst fand ich die Leine ja doof, weil Frauchen mich damit vom Haus weggezupft hat – aber im Wald ganz ohne Leine?? Oje, da hatte ich wirklich Bammel! Also bin ich immer ganz schnell zwischen Frauchens Füßen hin und her gewuselt, um sie ja nicht zu verlieren… hat auch geklappt! Einmal ist sie sogar gestolpert und hingefallen, so dass ich direkt an ihr Gesicht kam und sie ganz doll abschlappern konnte, hihi!

Nach zwei Tagen wurde ich dann aber mutiger und bin auch schon mal zum Paco hingelaufen, wenn der nicht soweit weg war. Draußen findet mich Paco jetzt gar nicht so schlecht. Er schaut ab und zu nach mir und ich darf sogar da schnuppern, wo er schnuppert!! Dann bin ich ganz stolz und aufgeregt! Es ist klasse, wenn man mit so einem großen coolen Hund mitlaufen darf! Wenn mein Frauchen mich draußen ruft, dann komme ich aber auch ganz schnell zu ihr – und sie freut sich wie Bolle darüber… und ich freue mich, weil sie sich freut!

Aber jetzt zu dem Punkt, wo Ihr vor Neid erblassen werdet: Ich habe meinen eigenen Chauffeur-Dienst, jawoll!! Weil meine Beine noch nicht so lang sind wie die von Paco und ich auch noch nicht so lange und weit laufen kann, hat sich mein Frauchen von ihrer Freundin ein ganz tolles Gefährt ausgeliehen. Da hinein setzt mich mein Frauchen dann auf eine warme Kuscheldecke und fährt mich durch den Wald. Ein paar Menschen haben schon gesagt: „Oh, da kommt ja ein kleiner Prinz“ – so stolz sitze ich in meinem Wagen! Und immer, wenn ich wieder laufen kann, setzt mich mein Frauchen raus und ich sause wie der Wind hinter Paco her.

Wenn fremde Hunde kommen, ruft mich mein Frauchen immer erst, damit12 Wochen 023 ich nicht einfach zu diesen laufe – warum, weiß ich auch nicht so recht…aber wenn sie es so will, dann gehorche ich eben. Oft darf ich dann auch zu den anderen Hunden, manchmal auch nicht. Aber wenn mir das Spielen mit anderen Hunden zuviel wird oder mir der andere Hund sogar unheimlich ist – dann flitze ich ganz schnell in meinen Wagen! Der ist wie eine Höhle auf Rädern. Und wenn es regnet (kennt Ihr Regen??? Igittigitt!!), dann klappt mein Frauchen ein Verdeck über mich und ich werde gar nicht nass.

Einfach toll so ein Wagen – da seid Ihr neidisch, oder?

Anmerkung von Frauchen:
Der Wagen ist eine tolle Lösung für Hundebesitzer, zu denen der Welpe als Zweithund kommt. Man kann seinen erwachsenen Hund den gewohnten Auslauf bieten und braucht den Welpen nicht immer tragen (Bem wiegt derzeit bereits 10 kg – das gibt auf Dauer schwere Arme und einen krummen Rücken…). Außerdem überfordert den Welpen die „große weite Welt“ nicht so schnell, wenn er seine „mobile Höhle“ dabei hat.

Genetisch bedingt zeigen Welpen einen großen Widerwillen ihre „Höhle“ (also unser Zuhause) zu verlassen, bis sie ca. 14-16 Wochen alt sind. Erst dann beginnt die Explorations-Phase, also die Zeit des Entdeckens. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme von Mutter Natur, damit die Welpen nicht die Wurfhöhle verlassen, wenn die Eltern auf die Jagd gehen. Deshalb wundern Sie sich als Welpenbesitzer bitte nicht, wenn Ihr kleiner Familienzuwachs zunächst alle Viere in den Boden stemmt und vielleicht nicht mit Ihnen spazieren gehen will.

Meist hilft es, den kleinen Wicht einige Meter zu tragen, so dass der Weg zurück für ihn auch schon zu weit erscheint – und er wird sich eng an Sie halten. Oder aber sie locken den Welpen und zupfen leicht aufmunternd an der Leine. Seien Sie also bitte nicht ungeduldig über das „komische“ Verhalten – es ist genetisch bedingt und Ihr Welpe kann gar nicht anders…

Wenn Sie dann in einem ruhigen, menschenarmen Gebiet sind, das weit von der nächsten Straße entfernt ist, trauen Sie sich ruhig, Ihren Welpen von der Leine zu lassen! Er wird nichts Eiligeres zu tun haben, als möglichst bald wieder zu Ihnen zu kommen – Sie sind ja die Sonne seines Universums! Sobald er in Ihre Richtung läuft, rufen Sie ihn freudig mit seinem Namen und „hiiier!“ und freuen Sie sich mit ihm, wenn er bei Ihnen ankommt. So legen Sie bereits im Welpenalter die Basis für einen guten Rückruf. Sollten Sie sich dies nicht wirklich zutrauen, so kaufen Sie sich eine ganz dünne Schleppleine von 5 m – so haben Sie immer noch eine „Nabelschnur“ zu Ihrem Welpen und er genießt trotzdem ein Stück Freiheit.

Viele Halter getrauen sich nicht, Ihren Welpen von der Leine zu lassen und lösen diese erstmals mit 5-6 Monaten…und der Hund läuft weg! Nun sind so viele Dinge für ihn bereits sehr interessant, so dass er seinen Fokus nicht mehr nur auf Sie gerichtet hat. Also nutzen Sie die Welpenzeit, um ganz entspannt und spielerisch den Rückruf zu trainieren.

Wichtig ist hierbei allerdings, dass Sie Ihren Welpen nicht einfach auf jeden Hund zu rennen lassen. Natürlich sind Hundekontakte wichtig – aber nicht jeder erwachsene Hund mag von einem stürmischen Welpen angesprungen werden und es kann zu durchaus heftigen Reaktionen kommen. Dies kann einen Welpen auf Dauer und sehr nachhaltig verschrecken. Wenn Ihnen also ein anderer Hund entgegenkommt, rufen Sie Ihren Welpen zunächst zu sich heran und fragen dann den anderen Hundebesitzer, ob sein Hund Kontakt zu Welpen mag.

Wenn dies bestätigt wird, ermuntern sie Ihren Welpen mit einem „Sag` Hallo“ oder „Geh‘ mal gucken“ o.ä. Ansonsten muss der Welpe eben bei Ihnen bleiben – zu seiner eigenen Sicherheit! Dabei üben Sie auch bereits mit ihm die Impulskontrolle: er lernt, dass er seinen Impulsen/Wünschen nicht immer nachgehen kann und sich auch manchmal gedulden – oder ganz verzichten muss. Das ist für das spätere Zusammenleben mit Ihrem Hund ungemein wichtig, denn niemand lebt gerne mit einem Hund zusammen, der stets das tut, was er gerade möchte…