oder wie gestalte ich einen Spaziergang

Ich werde oft gefragt was denn nun richtig ist, sich für den Hund ständig interessant machen und den Hund während des Spaziergangs dauerbespaßen oder lass ich ihn seine eigenen Wege gehen?
Ich sage beides ist richtig und noch mehr.
An einem Tag könnte ein Spaziergang so aussehen: Ich nehme den Lieblingsball an Schnur mit, ein paar Leckerlies o. Futterbrocken. Vielleicht sogar einen Futterbeutel wenn der Hund gelernt hat ihn zu apportieren. Ich lasse meinen Hund sitz machen, leine ihn ab und gebe ihn frei.
Jetzt darf er erstmal schnüffeln, ein bisschen streunen, Zeitung lesen. Dann lasse ich den Futterbeutel fallen, gehe 10 Meter, rufe Bello zu mir, lasse ihn absitzen, warte auf Augenkontakt und schicke ihn los nach seinem Futterbeutel suchen (natürlich muss man das in kleineren Schritten aufbauen. Ich gehe davon aus, dass Hund schon kann was ich fordere) und mir bringen. Er bekommt ein wenig Futter aus dem Beutel und ich schicke ihn wieder weg. Ab und an rufe ich und lasse ihn mal ein paar Futterbrocken „jagen“ indem ich sie über den Boden rolle. Oder werfe den Ball, er bringt ihn zurück. Da heute schönes Wetter ist, gehe ich circa 2 Stunden mit Bello.

Am nächsten Tag regnet es. Ich verabrede mich mit Bellos Kumpels und deren Haltern. Wir gehen mit insgesamt vier Hunden zusammen im Regen spazieren. Zuerst lassen wir die Hunde absitzen und geben sie dann frei. Zwischendurch rufen wir die Hunde schon mal ab, ansonsten dürfen sie sich gegenseitig jagen und Spaß haben. Heute dauert der Spaziergang nur 1 Stunde, weil alle triefend nass werden und es uns allen für heute reicht.

Dann verabreden wir uns für den nächsten Tag um gemeinsame Übungen mit den Hunden zu mache, wo sie gar nicht zusammen laufen dürfen. Das machen wir eine halbe Stunde lang, dann gehen wir auseinander ohne dass die Hunde spielen durften. Denn auch das müssen Hunde lernen, nämlich mit Frust umzugehen, dass sie nicht mit dem Kumpel spielen dürfen. Oder man auch sonst nicht groß was mit ihnen macht.

Am darauffolgenden Tag hatte ich vielleicht Ärger auf der Arbeit, um abzuschalten, schnappe ich mir Bello (bei mir wirkt das gut) und gehe mit ihm über Felder und Wiesen und mache gar nichts mit ihm. Er darf herumlaufen und schnüffeln, mal nach einer Maus buddeln….zwischen durch rufe ich und er muss zu mir kommen.

Zwei Tage hintereinander gehen wir einfach nur spazieren. Hund darf schnüffeln, ein wenig umherstreifen, Zeitung lesen.

Der nächste Spaziergang findet im Wald statt. Ich lasse meinen Hund über Baumstämme balancieren, nutze zwei Bäume die nicht allzu weit auseinander stehen um Achten zu laufen und das „bei Fuß“ gehen zu üben. Ich verstecke mal den Futterbeutel und lasse ihn suchen. Da meine Nichte, 8 Jahre alt zu Besuch ist und mitgehen wollte, darf auch sie sich hinter einem Baum verstecken. Findet Bello sie, freut sie sich wie „Bolle“ und er bekommt ein Leckerlie von ihr.

Am nächsten Tag habe ich viele Termine, deshalb gibt es nur eine schnelle Runde mit Bello.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Wichtig ist, dass Hunde auch mal Frust aushalten müssen. Dass sie nicht immer bespasst werden, nicht immer zu ihren Kumpels können, ihre Bälle, oder Sonstiges, nicht immer bekommen und ich diese Dinge mal für mich beanspruche.

Susanne’s mobile Hundeschule Wahlrod
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